Alte Obstsorten

Alte Obstsorten dienen gleichfalls einem Erhalt der genetischen Vielfalt.
Viele “alte Sorten” sind jedoch vom Aussterben bedroht, weil diese kaum noch angebaut werden. Im Supermarkt werden vielfach eher “Einheitsprodukte” verkauft, welche bestimmte Form- oder Farbvariationen aufweisen müssen. Dabei sind viele alte Sorten geschmacklich deutlich intensiver, als jene Produkte, die aktuell in den Auslagen zu finden sind.

Aktuell werden z.B. lediglich etwa 70 Aptel-Sorten im gewerblichen Landbau kultiviert.

Dass nur wenige Apfelsorten den Markt dominieren, hat vor allem wirtschaftliche Gründe. Die weit verbreiteten Tafelobstsorten werden so gezüchtet, dass sie den Bedürfnissen des Handels (Vermarktungsnormen) und den Vorlieben der Kundinnen und Kunden entsprechen. Die Vermarktungsnorm der Europäischen Union setzt klare Standards für die Äpfel, die in den Handel gelangen. Sie müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Früchte müssen nicht nur einen ausreichenden Reifegrad aufweisen, sondern unter anderem auch ganz, sauber und nahezu gänzlich frei von Schädlingen sein. Nicht zuletzt müssen die Äpfel auch so beschaffen sein, dass sie den Transport gut aushalten, so dass sie in zufriedenstellendem Zustand an ihrem Bestimmungsort ankommen.

Alte Sorten jedoch sind eine wichtige und wertvolle genetische Ressource für die Züchtung neuer Sorten. Das gilt nicht nur für Äpfel, sondern auch für andere Nutzpflanzen. Neue Züchtungen auf der Basis alter Apfelsorten könnten damit auch für Klimaveränderungen besser gerüstet sein und so dabei helfen, den Obstbau in Deutschland nachhaltig sicherzustellen.

Ein herausragender Effekt für die Artenvielfalt entsteht beispielsweise dann, wenn verschiedene “Alte Sorten” im Rahmen einer Streuobstwiese kombiniert werden. Bis zu 5000 Arten können hiervon profitieren. Nachhaltige Biotope mit einem hohen Mehrwert für viele Insekten werden hierbei geschaffen. Aber auch einige wenige Einzelbäume leisten bereits einen hohen Nutzen.