Über dieses Projekt

Das Projekt startet am 13.8.2020.

Das Sperberbaum- (Speierling-)Projekt ist ein Bundesweites Gemeinschaftsprojekt von Gabi Mörixmann ( “Aktivstall für Schweine” (https://aktivstall-fuer-schweine.de/)) und der Naturschutzgruppe “gUG Umweltschutz und Lebenshilfe” (Melle) (z.B. Initiator des Insektenschutzprojektes “Blumiger Landkreis Osnabrück“).

Das Ziel des Projektes ist eine Wiederansiedlung und -anpflanzung alter Obstsorten sowie des selten gewordenen Speierlings (auch Sperberbaum genannt).

Konkret sollen beispielsweise in Melle auf mindestens 3 Flächen (aktuell in Melle/Oldendorf und Melle/Bakum) Streuobstwiesen mit alten Obstsorten geschaffen werden. Diese Wiesen werden durch eine Anpflanzung des Speierlings ergänzt.
Durch ausgedehnte Streuobstwiesen können bis zu 5000 Arten profitieren.
Eine Besonderheit wird dann erreicht, wenn explizit “alte” Sorten angepflanzt werden.

Genutzt werden z.B. die Birnensorte „Stuttgarter Geißhirtle“, welche etwa 1750 vom einem Ziegenhirten in der Nähe von Stuttgart gefunden wurde (der Sage nach), die Sauerkirsche „Königin Hortense“ (existiert etwa seit 1800), die Süßkirsche „Regina“ (Aus dem „Alten Land“ (etwa 70 Jahre alt)), der „Rote Münsterländer Borsdorfer“ Apfel (etwa im Jahre 1800 das erste Mal gesichtet) oder die Zwetschke (Ortenauer Typ Borsumer) (aus dem Norddeutschen Raum, kultiviert seit etwa 1700).

Das Projekt bietet Menschen Bundesweit die Möglichkeit, gleichfalls aktiv zu werden und Setzlinge des Speierlings sowie Baumsetzlinge alter Obstsorten zu
erwerben und somit einen nachhaltigen Beitrag für den Arten- und Naturschutz zu leisten.
Durch das Projekt soll die genetische Wertschöpfung alter Sorten gefördert werden und die entsprechende Genetik somit erhalten bleiben.

Von der selten gewordenen Wildobstart “Speierling” existieren in Deutschland lediglich noch etwa 5000 Alt-Exemplare.

Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um ein gemeinsames Zeichen von Landwirtschaft und Naturschützern gegen Klimaerwärmung und Artensterben zu setzen. Für eine hohe biologische Vielfalt und für ein Leben in einem lebenswerten Klima. Zudem möchten wir einen Beitrag für ein Gesamtgefüge liefern, in welchem sich Landwirte/innen und Naturschützer/innen gemeinsam für eine höhere Artenvielfalt und die natürliche Speicherung von Treibhausgasen stark machen.

Wir leben in einer Welt, in welcher unglaublich viel “gemeckert” wird. Häufig und gerne über “die Landwirte”, ohne dass die “Mecker-Menschen” oftmals selber bereit sind, eigenes Verhalten (eigene Verantwortlichkeiten) zu hinterfragen oder z.B. bereit wären, den Obulus zu entrichten, welcher für ökologisch-nachhaltige oder tierwohlsteigernde Produkte angemessen wäre. Gleichzeitig leben wir in einer Gesellschaft, in welcher Verantwortungen gerne abgewälzt werden, z.B. auf ehrenamtlich tätige Naturschützer/innen (“sollen die sich doch drum kümmern…”). Beide Verhaltensweisen bringen keinerlei Verbesserungen für unseren Planeten mit sich. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt möchten wir dazu ermuntern, SELBER aktiv zu werden und sich AKTIV einzubringen. Wir wollen dazu beitragen, dass Gräben zugeschüttet werden (zuweilen stehen sich “die Landwirte” und “die Naturschützer” (beide Gruppen existieren selbstverständlich in dieser Pauschalisierung so nicht) ja leider fast schon feindselig gegenüber). Wir wollen demonstrieren, dass Landwirte und Naturschützer erstklassige gemeinsame Projekte für mehr Artenvielfalt und Klimaschutz umsetzen können (und dieses bereits an vielen Orten schon gemeinsam tun). Und bei diesen gesellschaftlichen Gruppen hört das Projekt natürlich nicht auf!

Mit der Hilfe von ALLEN, die mitmachen, wollen wir den Bestand dieses selten gewordenen Wildobst-Baumes in Gemeinschaft mit EUCH gerne beträchtlich vergrößern. Dabei ist es egal, ob ihr für einen Baum oder mehrere Exemplare die Verantwortung übernehmt. Landwirte, Tierschützer, Umweltschützer, Firmen, Vereine, Verbände, Politik, Einzelpersonen etc. zeigen in einem deutschlandweiten Projekt, dass sie GEMEINSAM etwas Großartiges für die Artenvielfalt schaffen können.
JedEr, der möchte, kann mitmachen und wird, sofern gewollt, in unserer UnterstützerInnen-Liste (https://sperberbaum.de/unterstuetzer/) genannt. Auch Spenden sind willkommen und können steuerlich abgesetzt werden. Wir hoffen, dass diese Liste RIESIG wird. Vom Kaufpreis gehen 1,50 Euro an den Gnadenhof Brödel (http://gnadenhof-broedel.de), 1,50 Euro an das Insektenschutzprojekt “Blumiger Landkreis Osnabrück” (http://blumiger-lkos.de) und 3 Euro an den Bildungsträger “Transparenz schaffen” Melle (https://www.transparenz-schaffen.de).

Zudem werden wir auf Basis der in diesem Projekt generierten Überschüsse in Melle Streuobstwiesen auf Grundlage alter Obstsorten schaffen. Aktuell stehen dafür drei Flächen zur Verfügung.

Der Sperberbaum/Speierling stellt ein ausgezeichnetes Symbol für viele bedrohte Arten und die stattfindende Reduzierung der biologischen Vielfalt sowie für die Bedeutung von Bäumen gegen die Klimaerwärmung dar. Seine schwierige Aufzucht kann „in der heutigen Zeit“ symbolisch dafür stehen, dass Pflanzen und Tiere keinerlei Selbstverständlichkeit (mehr) sind sondern etwas ganz Besonderes, welches es aktiv zu schützen, zu bewahren und zu fördern gilt. Nicht nur wertvolles Kulturgut sondern Lebewesen mit hoher Bedeutung für das biologische Gesamtgefüge und eine gesamtgesellschaftliche Ernährung auf unserem Erdball. Ein Gefüge, das mit viel Zeit und Aufwand zu hegen und zu pflegen und wertzuschätzen ist.

Sofern wir uns nicht aktiv für eine höhere Anzahl von Bäumen, einen veränderten Lebensstil und eine höhere Artenvielfalt einsetzen, so werden wir den Kampf gegen Klimaerwärmung und Artensterben verlieren – mit all den damit verbundenen dramatischen Folgen. Die Aufzucht eines Sperberbaumes kann (in einer reduzierten Form) mit der Pflege eines Haustieres verglichen werden. Auch hier sind Verantwortungsbewusstsein, Achtsam- und Aufmerksamkeit, ein nachhaltiger Aufwand und ein „Kümmern“ notwendig. Wer er schafft einen Sperberbaum „aufzuziehen“, der hat wirklich „Großes“ und sehr Nachhaltiges geschaffen. Schaffen wir dafür ein Bewusstsein und übertragen dieses insgesamt auf unser Verhalten zur Natur! Der Sperberbaum ist nur ein SYMBOL. Im Sinne dieses Projektes steht er für ein Vermittlungsmedium, um auf viel viel mehr aufmerksam zu machen. Pflanzen wir alle gemeinsam Bäume, viele Bäume, unterschiedliche Arten. Schaffen wir Feuchtbiotope, Trockensteinmauern, Streuobst- und Blühwiesen, Hecken, Totholzbestände etc. Die biologische Vielfalt in unseren Regionen können wir beeinflussen – wenn wir anpacken, so wie es viele Landwirte und Naturschützer bereits gemeinsam tun.

Ein Speierling kann bis zu 400 Jahre alt werden, sodass ein Nutzen für viele viele Generationen nach uns entstehen kann. Anders formuliert: Durch die Anpflanzung eines Sperberbaumes und dessen Pflege können wir etwas schaffen, das mehrere Jahrhunderte Bestand hat. Legen wir gemeinsam los!

Gabi Mörixmann und Kai Behncke im August 2020

Auf Facebook findet Ihr unter folgendem Link: https://www.facebook.com/groups/3987633924611911/ unsere Speierlings-Gruppe für einen interaktiven Austausch.

Sorbus domestica im Botanischen Garten Berlin
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Sorbus_domestica_FruitsLeaves_BotGardBln0906a.JPG
Ersteller: BotBln, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de